Mit Sonne im Tank und von uns das Fahrwerk

Elektronisch verstellbares Rennsportfahrwerk für die World Solar Challenge

Preise für das beste Design haben die Solarrennwagen der Hochschule Bochum bereits mehrfach bei der World Solar Challenge erhalten, die alle zwei Jahre in Australien stattfindet. Doch dank einer langjährigen Partnerschaft mit thyssenkrupp befindet sich auch das technische Niveau auf höchstem Level. Immerhin soll der inzwischen dritte Spross der Forschungskooperation, der thyssenkrupp blue.cruiser,  mit der Power von 5 m2 Siliziumzellen in Bestzeit rund 3.000 Kilometer durch den fünften Kontinent fahren – von Darwin bis nach Adelaide. Bei der 14. Auflage der WM, die vom 8. bis 15. Oktober 2017 stattfindet, ist auch ein Fahrwerk der Konzerntochter BILSTEIN mit an Bord. Die Ingenieure kombinierten hierfür erstmals Federn und Dämpfer des MDS-Rennsport-Programms (Modulares Dämpfer System) mit dem elektronischen Verstellsystem ridecontrol®, das dem Fahrer die Wahl zwischen Sport- und Komfortmodus lässt.

Auch sonst stammt ein Großteil der verwendeten Hightech-Zutaten aus dem thyssenkrupp Konzern: vom Elektroband des Radnabenmotors über die Stahlräder, die Rückbank aus dem Sandwichmaterial litecor® und dem Gitterrohrrahmen aus ultrahochfestem Stahl bis hin zum Lenksystem reicht das Spektrum. Genauso vielfältig sind die Fachrichtungen der an der Umsetzung des Projekts beteiligten Studierenden, die sich um Entwicklung, Design und Logistik kümmern. Und fahren muss die 5 Meter lange, aber nur 1,17 Meter flache Flunder – zum Vergleich: ein VW Golf VII ist 1,5 Meter hoch – schließlich auch jemand. Der thyssenkrupp blue.cruiser ist übrigens kein puristischer Rennwagen, sondern ein veritabler Viersitzer. Denn in der Cruiser-Klasse der Challenge geht es um praxisnahe Konzepte, die Impulse für spätere Alltagsfahrzeuge geben sollen.

Mit einem Topspeed von 120 km/h ist das Solarfahrzeug der Hochschule Bochum selbst für die australischen Highways perfekt gerüstet, auf denen man nur selten mehr als Tempo 110 fahren darf. Erstmals in der Geschichte des SolarCar-Teams, das seit 2001 existiert, wurde über 4 Radnabenmotoren ein Allradantrieb realisiert, was auch bei der Konzipierung des Fahrwerks berücksichtigt wurde. Das speziell auf die Parameter des blue.cruisers abgestimmte MDS fügt sich perfekt in dieses Konzept ein und baut dank Motorsport-Technologie äußerst kompakt. Klar beschriftete Einstellräder erlauben zudem die unabhängige Veränderung von Zug- und Druckstufe, so dass das Setup von Etappe zu Etappe variiert werden kann. Die integrierte Höhenverstellung ist nicht nur aus fahrdynamischer Sicht ein wichtiges Feature, sondern hilft auch bei der aerodynamischen Optimierung im Windkanal. So bleibt zu hoffen, dass der blue.cruiser auch in Down Under stets Oberwasser behält. BILSTEIN drückt dem engagierten Team die Daumen!