Auf dem Weg zum ersten Sieg wurde es ganz schön eng!

Der Ferrari 488 GT3 von Rinaldi Racing stellte uns vor so manche Herausforderung

Im dritten VLN-Rennen, das am 24. Juni 2017 stattfand, fuhr das „Wochenspiegel Team Monschau“ seinen ersten Gesamtsieg überhaupt ein. Und auch einen Ferrari hatte es ganz oben auf dem Treppchen seit Jahren nicht mehr gegeben. Entsprechend ausgeprägt war die Feierlaune bei Georg Weiss, Oliver Kainz und Jochen Krumbach, die den 488 GT3 #22 pilotierten. Betreut wurde das Fahrzeug von Rinaldi Racing, wo man seit sechs Jahren auf die Kompetenz von uns vertraut. Beim neuen Ferrari allerdings stand Fahrwerkingenieur Daniel Pitsch 2016 vor einer großen Herausforderung.

Nachdem wir zuvor bereits den Ferrari 458 GT3 für Rinaldi Racing betreut hatte, präsentierte sich der 2016 erstmals an die Kundenteams ausgelieferte Nachfolger 488 GT3 als kapriziöse Diva. Zumindest galt dies für die Einbausituation der Dämpfer an der Vorderachse, wo es dank Doppelquerlenker-Auslegung enger zuging als in den meisten Damenhandtaschen. „Der Abstand der Aufnahmepunkte war sehr gering und auch sonst ging es sehr kompakt zu“, erklärt Daniel Pitsch, dem die Aufgabe zufiel, das in vier Wegen verstellbare Modulare Dämpfer System (MDS) für den sehr beengten Einbauraum zu modifizieren, was mit viel Bedacht geschah.

In unserer Motorsportabteilung konstruierten wir deshalb neue Dämpfergehäuse und verlegten den Gasraum nach außen. „Ein über Schläuche angeschlossenes Reservoir wäre zu heikel gewesen, da bei einem Unfall leicht etwas abreißen kann. Wir entschieden uns deshalb für eine starr verbundene Dämpferbrücke, die gleichzeitig auch die Verstellräder aufnahm, mit der eine Zug- und drei Druckstufen gesteuert werden“, so Pitsch. Gleichzeitig bietet diese Anbindung Vorteile im Hinblick auf die so genannte Hysterese: Denn bereits durch eine leichte Verformung können elastische Schlauchverbindungen die Dämpfkraft spürbar abschwächen. Über die Zeit kann sich dieser zu Beginn noch relativ harmlose Effekt potenzieren und zu einem echten Problem werden.

Unsere Motorsportabteilung ist jedoch dafür bekannt, clevere individuelle Lösungen zu finden. Dabei kommt unserem Team die absolute Vertrautheit mit dem Nürburgring als Haus- und Hof-Testrecke genauso zugute wie die Erfahrung mit unzähligen unterschiedlichen Rennfahrzeugen. Als wir vor sechs Jahren als technischer Partner zu Rinaldi Racing gestoßen waren, setzten wir vor allem auf den Porsche GT3 R der Baureihe 997. Zuvor hatten wir viel gemeinsam getestet und waren von der erzielbaren Performance äußerst angetan gewesen. Erst später kamen auch Rennwagen hinzu, die das Cavallino Rampante auf der Haube trugen.